Personal Branding im Recruiting

Blaugrüne Kreisgrafik erecruiter, Bewerbermanagement
07. Januar 2021
Lesezeit 7 Minuten
Im Internet bleibt niemand unsichtbar. Umso wichtiger ist es, dass Recruiter aktiv steuern, welchen ersten Eindruck Sie bei Kandidaten hinterlassen. Mit einigen wenigen gezielten Maßnahmen können Sie sich so einen Vorteil im Wettbewerb um die besten Talente verschaffen.

Inhalt

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Im Internet bleibt niemand unsichtbar. Umso wichtiger ist es, dass Recruiter aktiv steuern, welchen ersten Eindruck Sie bei Kandidaten hinterlassen. Mit einigen wenigen gezielten Maßnahmen können Sie sich so einen Vorteil im Wettbewerb um die besten Talente verschaffen.

HR ist im Wandel, das wissen wir. Neue Generationen drängen auf den Arbeitsmarkt. Employer Branding und Active Sourcing wird immer wichtiger. Der Fachkräftemangel erhöht den Druck. Neue Technologien und Kanäle verändern Recruiting nachhaltig.

Mit dem Aufstieg von Social Media und der wachsenden Bedeutung von LinkedIn & Co. fürs Recruiting bekommt auch ein weiteres Schlagwort immer mehr Aufmerksamkeit: Personal Branding.

Was für Vertrieb und Marketing längst Alltag ist, ist für viele HR Manager* und Recruiter noch eher Neuland. Aber es lohnt sich absolut, hier einmal bei den Kollegen aus Sales und Marketing reinzuhören – denn möglicherweise könnte Ihr Auftritt als Recruiter beim nächsten Wunschkandidatin den entscheidenden Unterschied machen.

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Recruiter Branding – die Marke ICH

In ihrer täglichen Arbeit sind Sie inzwischen sicher schon ein Profi darin geworden, die Vorzüge Ihres Unternehmens herauszustreichen. Sie sind Botschafter für Ihre Arbeitgebermarke. Aber: „Menschen folgen lieber Menschen als Marken“, weiß der Digitalisierungsexperte und Berater  Ibrahim Evsan.

Social Media rückt Individuen in den Vordergrund. Nehmen Sie das Beispiel LinkedIn: Dort sind Sie vor allem als Person und nicht als Marke aktiv. Unternehmensposts werden von Social Media-Algorithmen inzwischen eher nachrangig ausgespielt und rücken damit zunehmend in den Hintergrund.

Porträt von Maria Halverson, Datenbankprogrammiererin erecruiter, Bewerbermanagement
Sie müssen sich nicht verstellen: Bleiben Sie authentisch – das weckt Sympathien.

Sie sind sichtbar – so oder so

Haben Sie sich denn schon einmal selbst gegoogelt? Gefällt Ihnen, was Sie dann sehen? Seien Sie sich sicher: Die Kandidaten, mit denen Sie in Kontakt kommen, machen das auch. Die Frage ist also nicht, wie sichtbar Sie als Recruiter sein möchten. Sondern eher: Möchten Sie Ihre Sichtbarkeit aktiv steuern oder dem Zufall überlassen.

Das heißt nicht, dass Sie marktschreierisches Selbstmarketing betreiben oder zur HR Influencerin avancieren müssen. Aber die Chance, Ihre Reputation aktiv zu steuern, sollten Sie sich gerade als Recruiter keinesfalls entgehen lassen.

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Authentizität: Verstellen Sie sich nicht

Die gute Nachricht ist: Entgegen aller Marketing-Klischees müssen Sie nichts vorgeben, was nicht der Realität entspricht. Besonders im Personal Branding ist Authentizität wichtig. Denn: Spätestens, wenn Sie Ihre Kandidaten persönlich kennenlernen, bemerken sie ob Sie wirklich so sind, wie Sie sich darstellen. Und hier wollen Sie eines ganz bestimmt vermeiden: Enttäuschung. Denn dieses negative Gefühl kann auch ihrem Bewerbungsprozess und damit dem Unternehmen schaden.

Bleiben Sie also nahe an der Realität. Bleiben Sie so, wie Sie sind. Aber streichen Sie Ihre Vorzüge heraus. Wenn Personal Branding gelingt, dann können Sie damit positive Gefühle bei Bewerbern auslösen: Vertrauen. Sympathie. Und das kann den entscheidenden Unterschied machen im Wettbewerb um die besten Talente.

Übrigens dürfen Sie dabei auch Ecken und Kanten zeigen. Denn so werden Sie noch greifbarer und wirken nahbarer als aalglatte Hüllen.

Personal Branding: Erste Schritte als Recruiter

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Schritt 1 – der erste Eindruck

Nehmen Sie den ersten Eindruck ernst – auch online. Besonders wichtig ist also im ersten Schritt, wie Sie auf relevanten Social Media Plattformen auftreten. Ein exzellentes, professionelles Profil auf Business Netzwerken wie LinkedIn und Xing sollte selbstverständlich sein. Aber lassen Sie auch Facebook & Co. nicht außer Acht. Es ist sicher keine Seltenheit, dass Kandidaten auch einmal hier nach Ihnen Ausschau halten. Was sie dort finden, sollte Ihnen jedenfalls nicht schaden.

Übrigens sollten Sie auf LinkedIn auch regelmäßig Ihren Social Selling Index (SSI) checken. Er zeigt Ihnen, wie erfolgreich Sie dabei sind, Ihre Marke und Ihr Netzwerk zu entwickeln. Je höher Ihr SSI, umso erfolgreicher nutzen Sie Ihr Potenzial auf LinkedIn und umso größer Ihre Reichweite.

Porträt von Maria Halverson, Datenbankprogrammiererin erecruiter, Bewerbermanagement
Bewerber informieren sich nicht nur auf Ihrer Unternehmensseite über Sie.

Sie sind Corporate Influencer

Ebenfalls wichtig: Wem folgen Sie eigentlich auf Social Media? Auch das ist sichtbar für neugierige Bewerber und kann Sympathien (oder das Gegenteil davon) wecken. Ob Sie es wollen oder nicht: Sie gehören zu den Corporate Influencern Ihres Unternehmens.

Eine weitere Option, sich professionell zu präsentiren, kann ein About me-Profil sein. Machen Sie in jedem Fall Ihren USP als Recruiter sichtbar (z.B. Branchen Know-How, Erfahrung, Kontakte).

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Schritt 2 – Interagieren & Netzwerken

Ihr Netzwerk konstant auszubauen hat nicht nur den Sinn, irgendwann den Follower-Record im HR Team zu brechen. Ihr Netzwerk ist genauso Teil Ihrer Visitenkarte. Ihre Online-Profile verraten, wen Sie kennen. Wenn Sie auf interessante Talente aktiv zugehen, dann können gemeinsame Kontakte ein erster Anknüpfungspunkt sein und Vertrauen wecken. Vielleicht spiegelt Ihr Netzwerk auch wieder, dass Sie in echter Branchenprofi – und damit ein ernstzunehmender Ansprechpartner für Fachkräfte sind.

Leider ist es mit dem Profil auf Social Media nie getan. Um wirklich einen Eindruck hinterlassen zu können, müssen Sie auch aktiv werden. Posten Sie Beiträge, die zeigen, wer Sie sind und dass Sie sich in Ihrer Branche auskennen. Sprechen Sie dabei die Sprache Ihrer Zielgruppe. Man sollte bemerken, ob Sie in der IT-Branche oder der Finanzwelt unterwegs sind.

Sie müssen aktiv werden

Liken, kommentieren und teilen Sie andere Beiträge, um auch so sichtbar zu werden und Kompetenz vermitteln. Interagieren Sie, um Beziehungen aufzubauen und nicht im Meer der Kontakte und Posts unterzugehen. Nutzen Sie Hashtags und Markierungen in Ihren Beiträgen.

Thematisch empfehlen wir Ihnen neben der bereits erwähnten Authentizität und Professionalität, sich ein wenig mit dem Thema Storytelling auseinanderzusetzen. Begehen Sie nicht den Fehler zu denken, dass Sie Kompetenz durch komplizierte, unpersönliche Posts vermitteln sollten. Erzählen Sie lieber Geschichten – von sich, aus Ihrem Team, über Ihr Unternehmen. Storys wecken Emotionen und bleiben in Erinnerung.

Smartphone mit Anzeige von Social-Media-Apps: Snapchat, Instagram, YouTube, WhatsApp. erecruiter, Bewerbermanagement
Werden Sie aktiv und sichtbar. Und: Denken Sie daran, dass Bewerber auch sehen, mit wem Sie vernetzt sind.
Tipp
Wenn Sie hier Input oder Unterstützung brauchen, statten Sie doch mal den Kollegen im Marketing einen Besuch ab.

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Schritt 3 – Wertschätzung ausdrücken

Fürchten Sie sich nicht vor Kommentaren, Kritik oder Bewertungen auf Plattformen wie kununu & glassdoor. Schlechtes Feedback kann sogar zur Chance werden, wenn Sie darauf professionell und wertschätzend reagieren. Auch so werden Sie als Person sichtbar und können zeigen, wie Sie mit anderen umgehen. Nehmen Sie Verbesserungsvorschläge auf, seien Sie dankbar für Feedback, antworten Sie freundlich auf konstruktive Kritik.

Jeder weiß, dass nicht immer alles glatt läuft – auch bei Unternehmen. Aber wenn Sie in ihren Kommentaren sympathisch wirken und zeigen, dass Sie Arbeitnehmer bzw. Bewerber ernst nehmen, dann können Sie Kritik entkräften und von ihr sogar profitieren.

Fazit

Die Frage ist nicht, ob Sie sichtbar sein möchten – sondern ob Sie Ihre Personal Brand aktiv gestalten. Gerade als Recruiter sollten Sie einen möglichst positiven Eindruck auf Kandidaten machen. Nutzen Sie also die Chance, die Personal Branding oder Recruiter Branding bedeutet. Bleiben Sie dabei authentisch und investieren Sie in Ihre Marke ICH.

* Um unsere Texte möglichst lesefreundlich zu gestalten, verzichten wir darin auf die gleichzeitige Verwendung von männlichen und weiblichen Sprachformen. Dennoch ist uns wichtig, dass sich alle von uns angesprochen fühlen. Daher verwenden wir die männliche und die weibliche Form im Wechsel. Damit sind immer alle anderen Formen gleichermaßen mitgemeint.

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