Die Wirtschaft boomt, die Jobanforderungen steigen, die Demographie ist im Wandel. Vor allem gefragte Fachkräfte scheinen immun gegen klassisches Recruiting zu sein. Nur wenige hochqualifizierte Kandidaten* suchen aktiv nach einem Job und lesen herkömmliche Stellenanzeigen. Active Sourcing gewinnt zunehmend an Relevanz.
Doch welche Rolle spielen externe Personalberater in diesem Zusammenhang? Oder anders gefragt: Was bringen Headhunter? Um das zu beantworten, möchten wir näher betrachten, was dieser generell macht – und in welchen Situationen eine Beauftragung sinnvoll ist.
Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Headhunter „Kopfjäger“. Auch wenn das recht abenteuerlich klingt, beschreibt es doch ganz gut, worum es geht: um die „Jagd“ nach den passendsten Köpfen auf dem Arbeitsmarkt. Beim Headhunting handelt es sich also um eine Form der externen Personalberatung, die sich auf das Anwerben von Führungskräften spezialisiert hat.

Die Tätigkeit eines Headhunters wird am ehesten im Vergleich mit der Personalvermittlung deutlich: Personalvermittler wählen passende Kandidaten (m/w/d) für bestimmte Positionen aus – normalerweise aus einer großangelegten Bewerber-Datenbank. Im Gegensatz dazu sucht ein Headhunter für jede zu besetzende Stelle konkret nach dem Kandidaten, der am besten geeignet ist – ganz gezielt und individuell. Bildlich gesprochen, finden Headhunter also die berühmte Nadel im Heuhaufen.
Wie funktioniert das? Zuerst definieren Auftraggeber und Personalvermittlerein detailliertes Profil des idealen Mitarbeiters. Dieses Profil bildet sodann die Grundlage der Suche und Kontaktaufnahme. Dabei wird seitens des Headhunters alles Nötige getan, um den idealen Kandidaten auf den Job neugierig zu machen. Die Mittel reichen von der klassischen Stellenanzeige bis zur Direktansprache.
Im nächsten Schritt werden Gespräche mit potenziellen Bewerbern geführt, und anschließend wird eine Vorauswahl für den Auftraggeber zusammengestellt. Dieser trifft letztlich auch die Entscheidung, basierend auf dieser sogenannten Shortlist mit den vielversprechendsten Kandidaten. Falls gewünscht, stehen Headhunter den Arbeitgebern und Arbeitnehmern auch während der Probezeit beratend zur Seite.
Es gibt verschiedene Szenarien, in denen es sinnvoll sein kann, auf die externe Unterstützung eines Headhunters zu setzen. Was folgt, sind die sieben häufigsten Thematiken, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen:

Richtig gewählt, kann ein Headhunter zu einer wichtigen Vertrauensperson werden – zu einem externen Partner, der seinen Teil zum Unternehmenserfolg beiträgt. Daher ist es wichtig, sich für die Auswahl ausreichend Zeit zu nehmen. Insbesondere ist auf die folgenden drei Kriterien zu achten, die gute Headhunter ausmachen:
Ausschlaggebend für raschen Erfolg ist auch die Expertise des Personalvermittlers in der gewünschten Branche. War er dort vielleicht sogar selbst tätig? Welche entsprechenden Nachweise gibt es, etwa Nennungen von Kunden oder Projekten? Wie gut kennt er die Marktentwicklungen und Trends? Derlei Thematiken sollten Sie bereits vorab – am besten in einem persönlichen Gespräch – klären. Neben der Expertise und dem Netzwerk sollte aber natürlich auch das Menschliche passen: Versteht der Headhunter Ihre Unternehmenskultur, und kann er diese repräsentieren? Wenn ja, steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.
Wie klassische Personalvermittler verfügen auch Headhunter über einen Pool an potenziell Wechselwilligen. Der Unterschied ist allerdings, dass gute Headhunter nicht generell auf diesen Pool zurückgreifen – vielmehr suchen sie ganz gezielt für jede Position nach der optimalen Besetzung. Kosten gilt es offen zu kommunizieren: Das Headhunter-Honorar ist meist abhängig vom Jahresgehalt, das für die zu besetzende Position vorgesehen ist. Zudem übernehmen viele Headhunter die Garantie, dass der vermittelte Kandidat die Probezeit erfolgreich absolviert. Im Kündigungsfall besetzt der Headhunter die Stelle honorarfrei nach.
Übrigens: Einen Headhunter zu engagieren, ist nicht zwingend teurer als das interne Recruiting. Insbesondere dann, wenn man etwaige Schäden durch frühere Fehlbesetzungen in die Berechnung mit einbezieht.
Neben Erfahrung und Expertise spricht ein guter Headhunter auch die Sprache der Branche und der Kandidaten. Er kann fachsimpeln, wenn es nötig ist. Er schafft es aber gleichzeitig auch, den potenziellen Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen und individuelle Bedürfnisse zu ergründen. Das gelingt, in dem er für jede Aufgabe und zu besetzende Position eine gewisse professionelle Leidenschaft entwickelt. Die Headhunter-Tätigkeit umfasst demnach ganz klar mehr, als schlicht Personal zu vermitteln.

* Um unsere Texte möglichst lesefreundlich zu gestalten, verzichten wir darin auf die gleichzeitige Verwendung von männlichen und weiblichen Sprachformen. Dennoch ist uns wichtig, dass sich alle von uns angesprochen fühlen. Daher verwenden wir die männliche und die weibliche Form im Wechsel. Damit sind immer alle anderen Formen gleichermaßen mitgemeint.








