Bewerbungsabbrüche: 5 Gründe, die Sie vermeiden sollten

Blaugrüne Kreisgrafik erecruiter, Bewerbermanagement
06. Februar 2020
Lesezeit 9 Minuten
Wenn ein Bewerbungsprozess vom Kandidaten vorzeitig abgebrochen wird, dann kann das für Recruiter zum Problem werden. Vor allem, wenn dieser eigentlich ein vielversprechendes Profil hatte. Manchmal war ein anderer Arbeitgeber einfach schneller. Oft wurden aber im Laufe des Bewerbungsprozesses Fehler gemacht, die verhindert werden könnten. Fünf Fehler, die Sie nicht machen sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Inhalt

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Wenn ein Bewerbungsprozess vom Kandidaten vorzeitig abgebrochen wird, dann kann das für Recruiter zum Problem werden. Vor allem, wenn dieser eigentlich ein vielversprechendes Profil hatte. Manchmal war ein anderer Arbeitgeber einfach schneller. Oft wurden aber im Laufe des Bewerbungsprozesses Fehler gemacht, die verhindert werden könnten. Fünf Fehler, die Sie nicht machen sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Ein Anforderungsprofil erstellen, Stellenanzeigen formulieren, Bewerbungsunterlagen sichten, Termine koordinieren: Der Bewerbungsprozess ist immer mit viel zeitlichem und organisatorischem Aufwand verbunden. Umso ärgerlicher, wenn der perfekte Bewerber im letzten Moment abspringt! Leider kann man das nicht immer verhindern. Aber es gibt Fehler, die man vermeiden kann. Hier sind 5 Gründe, wegen denen Bewerber häufig den Bewerbungsprozess abbrechen:

1

Verspätete oder ausbleibende Rückmeldung

Der häufigste Grund für einen Bewerbungsabbruch seitens des Bewerbers/der Bewerberin ist eine verspätete oder ausbleibende Rückmeldung des Unternehmens. Ihre KandidatInnen wünschen sich im Schnitt nach spätestens zwei Wochen eine Rückmeldung. Und wenn Sie sich in Ihre Lage versetzen, dann werden Sie das bestimmt verstehen. 

Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade eine Stellenanzeige gefunden, die Sie total anspricht. Der Aufgabenbereich, die Gehaltsangaben, die Benefits – alles passt. Und auch das Unternehmen ist Ihnen sympathisch. Sie sind voller nervöser Vorfreude, verschicken Ihre Bewerbung und hoffen. 

Und dann passiert: Nichts! Sie erhalten keine Rückmeldung.  Und wenn Sie per E-Mail oder Telefon nachfragen, werden Sie vertröstet. Die Wochen vergehen und Ihre einstige Freude verblasst langsam und schwingt um in Frustration.

Bewerbungsabbrüche verhindern durch proaktive Kommunikation

Die Zahlen bestätigen, wofür Sie jetzt wahrscheinlich schon ein Gefühl entwickelt haben: Rund 80 % aller Bewerber finden ein Unternehmen unsympathisch, das seine Bewerber nicht transparent über den Bewerbungsprozess am Laufenden hält.

Auch Absagen sollten zeitnah erfolgen und möglichst transparent den Absagegrund erläutern (natürlich höflich formuliert). Ein Kandidat, der heute noch nicht in Ihr Unternehmen passt, oder einfach nicht der Perfect Match für die ausgeschriebene Stelle ist, kann schon morgen die perfekte Besetzung für eine weitere offene Position sein. Erhält der Kandidat aber nie eine Antwort auf seine Bewerbung, so sind die Chancen gering, dass er sich erneut bewerben oder auf Ihre E-Mails antworten wird. Der negative erste Eindruck ist nur schwer wieder gut zu machen.

Bewerbungsabbrüche können verhindert werden
Recruiter, die KandidatInnen zu lange auf eine Antwort warten lassen müssen mit einem Abbruch des Bewerbungsprozesses rechnen.

2

Der Bewerbungsprozess ist zu kompliziert

Ein zu komplexer Bewerbungsprozess mit vielen Schritten schreckt viele potentielle Kandidaten direkt ab. Versetzen Sie sich erneut in die Lage des Bewerbers: Sie haben den perfekten Job in einem sympathischen Unternehmen gefunden. Sie möchten sich sofort bewerben – aber da stoßen Sie schon auf die ersten Hürden: Komplizierte Formulare, die in einem langwierigen Procedere ausgefüllt werden müssen – was vielleicht am Smartphone gar nicht so richtig funktioniert. Das Unternehmen fordert eine ganze Reihe an Dokumenten, die in einem speziellen Format hochgeladen müssen und eine bestimmte Dateigröße nicht überschreiten dürfen. Das Hochladen dauert und es gibt Fehlermeldungen, die Frust auslösen. Und sie merken, wie Sie immer länger vor dem Rechner sitzen… 10 Minuten, 20 Minuten… Puh – nein danke!

Bewerbungsprozess: So einfach wie möglich

Das alles mag für Ihr Recruiting-Team bequem sein und Ihnen wertvolle Informationen über Bewerber liefern. Sie übersehen dabei aber, dass sich einige Kandidaten dabei vor den Rechnern die Fingernägel abkauen oder den Bewerbungsprozess am Handy entnervt wieder abbrechen. Sie schrecken damit sowohl jüngere Kandidaten ab, die gewohnt sind, Dinge mit wenigen einfachen Klicks und in kurzer Zeit online zu erledigen, als auch ältere Bewerber, die vielleicht mit komplexen Online-Formularen nicht so gut zurecht kommen. So oder so werden Sie im Laufe der Zeit merken, dass immer weniger Bewerbungen in Ihrer Inbox landen. Denn andere Unternehmen sind Ihnen da voraus.

Also: Halten Sie den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich!

3

Fehler bei den Stellenanzeigen

Beim Verfassen von Stellenanzeigen können Sie so einige Fehler machen. Falsche Angaben bei der Jobausschreibung führen nicht nur zu unpassenden Bewerbern, sondern auch zu Enttäuschungen. 

Dabei geht es nicht nur um eine möglichst klare Beschreibung der Aufgaben und gewünschten Qualifikationen. Versprechen Sie auch als Unternehmen nichts, was Sie bei genauerem Hinsehen nicht halten können. Im Social Web haben Bewerber mit wenigen Klicks Ihre Profile auf Plattformen wie kununu & Co. gefunden – und können sich dort ein Bild davon machen, welche Benefits Mitarbeiter erhalten, wie gut der Zusammenhalt im Team ist und ob es wirklich Mitgestaltungsmöglichkeiten gibt. Direkt im ersten Gespräch Ungereimtheiten aus dem Weg räumen zu müssen, ist keine schöne Sache und sorgt für schlechte Stimmung und Misstrauen. 

Authentizität wird positiv bewertet

Daher machen Sie sich wirklich vorab ein klares BIld von den Anforderungen, die Sie an Bewerber stellen. Den Aufgaben, die er oder sie haben wird. Und den Angeboten, die Sie realistisch  machen können. Im Zweifelsfall werden hier Ehrlichkeit und Authentizität eher mit Vertrauen belohnt als Schönreden und Verschweigen. 

Dann packen Sie diese Informationen – unmissverständlich formuliert – in Ihre Stellenanzeigen. Von Copy & Paste möchten wir hier definitiv abraten: Auch wenn es etwas Zeit kostet, jede Stellenanzeige anzupassen und sich von Blabla zu verabschieden – am Ende kostet Sie eine unklar formulierte Jobanzeige deutlich mehr Zeit und Nerven. Sie müssen dann nämlich damit rechnen, dass Sie nur wenige oder gar die falschen Bewerbungen erhalten.  

Tipp
Besonders positiv aufgenommen werden übrigens Videos und Fotos, die Bewerbern einen Einblick in den Alltag und das Team geben. Wenn Sie die Zahl der Bewerbungen erhöhen möchten, sollten Sie darüber auf jeden Fall nachdenken.
Bei Fehlern im Bewerbungsprozess bleiben Stellen unbesetzt
Wenn Sie unnötige Fehler machen, dann bleiben Positionen wahrscheinlich länger als nötig unbesetzt.

4

Unangenehme Bewerbungsgespräche

Bei Bewerbungsgesprächen ist eine freundliche, offene Atmosphäre wichtig. KandidatInnen erwarten heute, dass man Ihnen auf Augenhöhe begegnet. Unangenehme Begegnungen können aber Schaden anrichten und zum Bewerbungsabbruch führen.

Daher gehen Sie nie unvorbereitet in ein Bewerbungsgespräch. Machen Sie sich vorab ein paar Gedanken, gehen Sie einen Gesprächsleitfaden durch – wenn Sie einen haben. Zeigen Sie echtes Interesse und durch ein paar individuelle Fragen, dass Sie Lebenslauf und Motivationsschreiben ihres Kandidaten/ihrer Kandidatin auch wirklich gelesen haben. Und bleiben Sie offen, auch wenn Sie vielleicht schon einen ersten Eindruck gewonnen haben oder das Gespräch vielleicht eine andere Richtung nimmt als gedacht. 

Ihre Bewerber sind Gäste – behandeln Sie sie so

Selbst wenn sich während des Gesprächs herausstellen sollte, dass der Bewerber/die Bewerberin für die offene Position nicht die ideale Besetzung darstellt: Bringen Sie das Gespräch souverän zu Ende. Sie wissen nie, wem er oder sie danach davon erzählt oder ob Sie in wenigen Monaten nicht genau ihn oder sie wieder einladen möchten. In Zeiten von Social Media ist es nicht unwahrscheinlich, dass negative Erfahrungen auch geteilt werden oder eine negative Bewertung des Unternehmens auf einer entsprechenden Plattform (z.B. kununu) erfolgt. 

Einen positiven Eindruck hinterlassen Sie, wenn Sie Ihren Bewerbern signalisieren, dass sie willkommen sind und man Ihnen Wertschätzung entgegenbringt. Behandeln Sie ihn oder sie wie einen geladenen Gast. Zeigen Sie durch Pünktlichkeit, Interesse und Aufmerksamkeit im Gespräch, dass Ihnen Ihr Gast wichtig ist. Unangebrachte Fragen sind natürlich absolute No-Gos. Halten Sie sich immer an gesetzliche und moralische Vorgaben – auch wenn die Antworten noch so interessant wären. 

Bewerbungsgespräche sollten einen positiven Eindruck hinterlassen
Bewerbungsgespräche sollten grundsätzlich in einer offenen, freundlichen Atmosphäre stattfinden.

Und: Schaffen Sie auch einladende Rahmenbedingungen für Ihr Gespräch. Achten Sie darauf, dass Sie eine/n Bewerber/in nicht an einem gestressten oder aufgebrachten Team vorbeiführen – das einen negativen Eindruck von der Atmosphäre hinterlassen könnte. Fühlt sich Ihr Gast allerdings richtig wohl – dann dürfen Sie damit rechnen, dass er oder sie im Rennen um die Stelle bleiben möchte.

5

Der falsche Ton

Der Ton macht die Musik – und so ist es auch bei den unterschiedlichen Phasen im Bewerbungsprozess. Wir verstehen, dass Ihr Job manchmal enorme Anforderungen an Sie stellt und Sie wahrscheinlich mit einer Flut von Tasks und Mails kämpfen. Dennoch führt kein Weg daran vorbei, dass es sich heute kein Recruiter mehr leisten kann, lieblose oder gar unfreundliche Nachrichten zu verschicken. Egal wie stressig sein oder ihr Alltag auch sein mag.

Wenn Sie schon gelegentlich auf Copy & Paste zurückgreifen, dann achten Sie bitte darauf, dass Ansprache und Betreff wirklich passen und bemühen Sie sich, wenigstens kurz durch eine individuelle Formulierung zu signalisieren, dann Ihnen an künftigen Mitarbeitern wirklich etwas liegt. 

Menschlichkeit macht sympathisch

Die meisten Menschen verzeihen kleine Ausrutscher, aber dennoch gilt es, von Anfang an, eine vertrauensvolle, offene, freundliche Atmosphäre zu schaffen. Wenn also doch einmal etwas schiefgeht: Übernehmen Sie die Verantwortung, sprechen Sie es proaktiv an und bitten Sie charmant um Nachsicht. Jeder hat einmal einen schlechten Tag – man wird es Ihnen sehr wahrscheinlich nachsehen. 

Dennoch gilt im Recruiting der bekannte Satz: Es gibt nur eine Chance für den ersten Eindruck. Und wenn Sie einen Bewerbungsabbruch vermeiden möchten – dann gilt es, den so positiv wie möglich zu gestalten.

Bewerbungsabbrüche vermeiden
Unfreundliche oder lieblose Rückmeldungen hinterlassen bei KandidatInnen einen negativen Beigeschmack.

6

Machen Sie es richtig!

Gehen Sie mit Ihren Bewerbern ehrlich, offen und freundlich um. Authentizität ist ein Wert, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Sie müssen also nicht perfekt sein, sondern sollten Bewerbern ruhig einen Blick in die Realität Ihres Unternehmensalltags erlauben. Bringen Sie ihnen dabei aber in jeder Phase Respekt und Wertschätzung entgegen.

Das kann in einem stressigen Alltag auch einmal anstrengend sein. Vielleicht können wir Ihnen ja dabei helfen, den Stress aus Ihrer Recruiting-Arbeit herauszunehmen, sodass Sie sich zukünftig noch mehr auf die Bewerber konzentrieren können. Denn diese sollten im Recruiting immer im Mittelpunkt Ihrer Arbeit stehen. Wir freuen uns, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen oder zeigen Ihnen gerne im Rahmen einer kurzen Web-Demo, was eRecruiter für Sie tun kann!

Fazit

Die zwei wichtigsten Regeln für den Bewerbungsprozess lauten: 1. Bleiben Sie in Kontakt! 2. Zeigen Sie Wertschätzung! Sie müssen kein perfektes Bild von sich oder Ihrem Unternehmen abliefern. Aber unklare Stellenanzeigen, unfreundliche oder fehlende Kommunikation und unangenehme Bewerbungsgespräche sollten Sie vermeiden. Versuchen Sie bei Ihren KandidatInnen immer ein positives Gefühl zu hinterlassen – Sie wissen nie, wann oder wo Sie davon noch profitieren werden.
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