Bewerberauswahl nur nach Lebenslauf und Bauchgefühl? Das war gestern! Und heute? Nun, das moderne Recruiting ist um ein Stichwort reicher: Cultural Fit. Bedeutung: steigend! Auswirkungen: enorm positiv! Was genau Cultural Fit bedeutet, was es Unternehmen bringt und wie die Integration ins Personalwesen gelingt? Das haben wir für Sie herausgefunden und zusammengefasst.
Der Begriff Cultural Fit kommt aus der Personalpsychologie. Er bezeichnet die kulturelle Übereinstimmung zwischen einem Bewerber oder Mitarbeiter und dem Unternehmen. Der Cultural Fit beantwortet die Frage: Wie gut passt ein (potenzieller) Mitarbeiter in Bezug auf Wertevorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen zum Unternehmen?
Damit steht der Begriff klar im Gegensatz zu „klassischen“ Recruitingfaktoren wie Ausbildung, fachlichen Qualifikationen, Fähigkeiten oder dem Gehalt. Vielmehr kommt es auf soziale Kompetenzen, Meinungen, Glaubensmuster oder persönliche Überzeugungen an. Auch Kriterien wie Erwartungen, Führungsstil, Erfahrungen und Ehrgeiz spielen jeweils eine wichtige Rolle.
Das Ziel hinter dem Begriff Cultural Fit liegt auf der Hand: Mitarbeiter und Unternehmenskultur sollen möglichst genau übereinstimmen.
Hallo Employer Branding! Richtig, der Cultural Fit ist eng mit der Arbeitgebermarke verbunden. Beispiel: Ein Unternehmen, das im Bereich Nachhaltigkeit tätig ist, wird Bewerber bevorzugen, die sich ebenfalls dafür engagieren und interessieren.

Je besser Mitarbeiter zum Unternehmen passen, desto glücklicher sind sie – kurz-, mittel-, und langfristig. Zufriedene Mitarbeiter wiederum bringen bessere Leistungen, sind produktiver und bleiben länger im Unternehmen. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Wer sich mit einem Unternehmen identifiziert, bringt außerdem mehr Leistungsbereitschaft und Motivation mit zur Arbeit.
Umgekehrt kann sich mangelnde Übereinstimmung negativ auf das Betriebsklima auswirken. Legen wir die Unternehmerbrille einmal kurz zur Seite. Denn der Cultural Fit gewinnt auch unter Bewerbern an Bedeutung. Ein weiterer Grund, sich als Recruiter lieber heute als morgen damit auseinanderzusetzen!
Wir fassen zusammen: Ein guter Cultural Fit hat positive Auswirkungen auf Mitarbeiterbindung, -zufriedenheit- und -motivation – und zwar langfristig.
Ein optimaler Cultural Fit …
Der erste Schritt zum Cultural Fit ist die Definition der Unternehmenskultur und der daraus abgeleiteten Wertvorstellungen. Wer sich als Arbeitgeber klar positioniert, hebt sich am Arbeitsmarkt von seinen Mitbewerbern ab. Nur so wissen Bewerber von vornherein, wofür das Unternehmen steht und ob sie dessen Werten zustimmen. Kurz: Bewerber identifizieren sich mit dem Unternehmen oder eben nicht. Das kann den Recruitingprozess deutlich erleichtern …
… vorausgesetzt, es wird richtig kommuniziert! Das Sichtbarmachen der Werte kann zum einen über Ihre Website, Social-Media-Kanäle, Unternehmensvideos und andere Medien erfolgen. Zum anderen sind die Mitarbeiter selbst häufig die besten Spiegel der vorherrschenden Unternehmenskultur.
It’s a (Company) Match! Ein hilfreiches Instrument zur Messung des Cultural Fit bietet die Plattform CompanyMatch. Mit Hilfe eines intelligenten Match-Algorithmus können Arbeitsuchende bereits in ihrer Orientierungsphase den Cultural Fit mit einem Unternehmen anonym messen und feststellen.
Wie hoch ist der Cultural Fit des Bewerbers? Mit diesen Fragen finden Sie mehr über die Wertvorstellungen Ihres potenziellen Mitarbeiters heraus:
Häufig sind auch Fragen nach früheren Arbeitsverhältnissen aufschlussreich. Zum Beispiel, wie in der Vergangenheit in bestimmten Situationen gehandelt wurde. Ziele und Zukunftspläne können ebenfalls geeignete Indikatoren für persönliche Wertvorstellungen sein.

Der Cultural Fit hängt eng mit weiteren Aspekten des Recruitings zusammen. Auf folgende Bereiche gilt es zu fokussieren, wenn auch Sie den Cultural Fit in Ihr Bewerberwesen integrieren möchten:
Der Cultural Fit kann dazu beitragen, die Vielfalt der Mitarbeiter im Unternehmen zu erhöhen. Dabei müssen zwei Dinge beachtet werden: Zum einen ist das die Haltung des Bewerbers gegenüber dem Unternehmen. Und zum anderen sind es jene Eigenschaften, die in der aktuellen Unternehmenskultur vielleicht noch fehlen. Genau sie können einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung besagter Unternehmenskultur leisten. Die Mischung macht’s aus!

* Um unsere Texte möglichst lesefreundlich zu gestalten, verzichten wir darin auf die gleichzeitige Verwendung von männlichen und weiblichen Sprachformen. Dennoch ist uns wichtig, dass sich alle von uns angesprochen fühlen. Daher verwenden wir die männliche und die weibliche Form im Wechsel. Damit sind immer alle anderen Formen gleichermaßen mitgemeint.








